Knissli – Brotkanten
Knorzen, Mürgel, Stützle, Ränftl, Knäuschen, Scherzerl, Gupf, Knäusperle, Gnezla, Reiftle, Bugl, Krüstchen, Bödeli, Anschnitt, Kanten, Kipfla, Riebele, Knüstchen, Knörzchen, Knäppchen, Kipf, Knurrn, Knippchen, Knießchen, Riebel, Timpken, Gigele, Knerzel, Knäppele – egal, wie Ihr es nennt: Das erste Stück vom frischen Brot, die gebogene Kruste ist in aller Munde. Die einen lieben es, die anderen greifen gnadenlos zur zweiten, der ersten „richtigen“, Scheibe.
Die Rinde ist härter als der Rest, sie ist knuspriger und als Kind durfte man sie dicker bestreichen als normale Scheiben. Manch einer sammelt die Brotkanten in einer Stofftasche für den Kleintierzoo, manch zahnendes Kleinkind hat ein trockenes Randstück schon eine Weile beschäftigt.
Mein Opa, der Gebissträger war (er konnte übrigens das Gebiss so lockern, dass er die Zunge oberhalb der Zähne herausstrecken konnte, ein Highlight für uns Kids), schnitt immer den Rand des Krüstchens ein, damit er die Stücke abbeißen konnte. Und zwar mit einem Kneipchen. Wieder so ein Wort. Schneiddeibel, Hümmeken, Flückschen, Schälerchen, Schillermesser, Rütscherli, Schnitzerchen, Pitterken. Irgendwie gibt es Dinge, für die es besonders liebevolle regionale Namen gibt. Meistens sind das Dinge, die eben im Alltag immer wieder auftauchen. So wie das Kerngehäuse eines Apfels. Wie sagt Ihr dazu? Apfelgrotzen? Kitsch, Nüsel, Krotz, Butzen, Kriebsch?
Auf der Seite des AdA, des Atlas zur deutschen Alltagssprache von Stephan Elspaß und Robert Möller kann man sich durch die verschiedensten Karten klicken, auf denen die Bezeichnungen für viele Alltagsbegriffe in den jeweiligen Regionen anschaulich gemacht werden (www.atlas-alltagssprache.de). Die verschiedenen regionalen Varianten werden über Internetumfragen erhoben.
Zurück zum Knissli:
Habt ihr schon mal badischen Feldsalat mit Kracherle probiert? Die Kracherle kann man auch mit alten Brotresten herstellen! Das Rezept gibt es hier:
\"Genieße Feldsalat mit Speck & Kracherle! 🥗🥓✨\"